Zypern-Cross Mai 2012

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Mitte Mai sind ein Kumpel von mir (Coke) und ich für 10 Tage nach Zypern gefahren. Kernstück der Reise war eine 6-tägige Durchquerung von Pernera im Osten bis nach Agios Georgios (und zurück nach Paphos) im Westen. Gefahren sind wir nach einem GPS-Track vom Magazin „Mountainbike“, was vor allem das Finden der Singletrails erleichtert hat.

Tag 1 (84 Km, 600 Hm): Nach einem Bus-Transfer am Tag vorher nach Pernera sind wir, wie auch an den folgenden Tagen, in aller Herrgottsfrühe (10 Uhr ;-)) vom Hotel losgefahren. Es ging überwiegend entlang der Küste bis nach Larnaka. Wir hatten eigentlich mit absolutem „easy going“ gerechnet (da ja nur 600 Hm), allerdings stellte sich das Fahren an der Küste auf Sand oder, noch schlimmer, ordentlich zerfressenem Kalk als ziemlich kräftezehrend heraus. Außerdem hatten wir am ersten Tag insgesamt 5 Platte, alle durch Dornen. Das hat uns etwas verunsichert, hat sich aber zum Glück in den folgenden Tagen nicht im gleichen Tempo fortgesetzt.

Tag 2 (63 Km, 1500 Hm): Von Larnaka ging’s ins Landesinnere bis nach Lythrodontas. Nette Strecke, nette Hunde  (zum Glück alle angeleint). In der Unterkunft in Lythrodontas waren wir nicht nur die einzigen Gäste, sondern die einzigen überhaupt. Der Schlüssel für die ganze Anlage lag in einem Kasten am Eingang, das Geld haben wir auf dem Tisch liegen gelassen.

Tag 3 (82 Km, 2200 Hm): Von Anfang an war klar, der Tag würde eher hart werden. Die „Mountainbike“-Jungs haben sich nämlich an mehreren Stellen shutteln lassen, was natürlich schon aus Prinzip abzulehnen ist. Das hieß dann aber, dass wir erst noch einen Teil der folgenden Etappe und dann noch mal ne Stunde bis zum Hotel fahren mussten. Ansonsten eine coole Streck mit coolen Singletrails. Am Hotel in Agros waren wir dann um 21 Uhr und haben gerade eben noch was zu essen bekommen (da Touri-Tempel/-Ort, ansonsten essen die Zyprier eher spät).

Tag 4 (49 Km, 1800 Hm): Erst mal zur eigentlich Route zurück und dann schwerpunktmäßig Singletrails. Von höchsten Punkt der Tour (1700 m) ging dann ein ca. 7 Kilometer Singletrail bis zur nächsten Unterkunft in Pano Platres. Der Singeltrail war dann eine Woche später Austragungsort eines Downhillrennens und ein paar Jungs waren extra am Üben. Zumindest der eine hat’s schon ziemlich drauf gehabt… Uns hat das  Ganze insgesamt 2 Durchschläge gekostet und mich einen Abgang über den Lenker.

Tag 5 (110 Km, 1000 Hm): Aus den Bergen zurück an die Küstenstadt Polis. Hat trotz viele bergrunterfahren länger gedauert als gedacht. Am Hotel waren wir wieder erst um 21 Uhr.

Tag 6 (75 Km, 550 Hm): Wieder an der Küsten entlang bis nach Agios Georgios und zurück nach Paphos. Anstrengender als die Daten (550 Hm) vermuten lassen.

Im Anschluss haben wir noch einen Tag Kultur in Paphos gemacht (überwiegend Ausgrabungen) und sind einen weiteren Tag nach Nicosia, die Hauptstadt sowohl des Südens als auch des Nordens.

Fazit: Top Mehrtagestour! Die Strecke ist gut und die Jahreszeit hat gepasst. Es war noch keine Saison, d.h. auch in den Touriorten war noch nicht so viel los, abseits der Asphaltstraßen war im Allgemeinen keine Sau (weder Biker noch Wanderer noch sonstwer). Erstaunlich ist die gute Erschließung mit Toiletten da jeder Stop für den Massentourismus da sehr gut ausgestattet ist (und 1-2 von solchen Stellen haben wir eigentlich jeden Tag passiert, in der Hauptsache Klöster).

Facts:

Tour: Zypern von Osten (Pernera) nach Westen (Agios Georgios) in 6 Tagen; geschätzt 40% Asphalt, 40% Schotterstraßen, 20% Singletrail.
Länge: 487 km
Höhenmeter: 7.500
Defekte: 9 Platte Reifen + 1 Sturz
Schwierigkeit: Durchaus mit einem Alpencross vergleichbar d.h. man sollte ein MTB benutzen und Sachen wie das Bike aus dem Baumarkt oder einen Gepäckträger mal schnell wieder vergessen. Auch wer sonst nur Forststraßen fährt, wird auf der Route nicht glücklich. Allerdings ließe sich die Tour durchaus so umplanen, dass man die Single-Trails alle umfährt. Wichtig ist grundsätzlich sich mit seinem Bike auszukennen, und dass man kleinere Defekte selber beheben kann. Es gibt unterwegs quasi keine Bike-Geschäfte die irgendwie helfen könnten (auch nicht in den Ortschaften wo man übernachtet!).
Wetter: Von zu heiß bis zu kalt mit Regen war alles dabei. Allerdings war es unterm Strich schon ziemlich passend, vor allem die richtige Jahreszeit.

Alles Gute

Schorry

PS: Das mit dem Bilder hochladen hat nicht geklappt. Habe die Bilder aber mal an den Andy geschickt und wenn der ganz nett ist, lädt er sie noch hoch… 🙂

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