Watzmann Ostwand – Berchtesgadener Weg

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Martin, Hubert und Stefan (14-15.08)

„Flexibilität ist eine Kernkompetenz eines Bergsteigers“ lehrte mich mal ein Bergführer…

Eigentlich war für Mitte dieser Woche der 2. Versuch unserer bereits einmal verschobenen Bernina / Palü Hochtour geplant, jedoch mussten wir diese kurzfristig aus mehreren Gründen wieder mal aufschieben. Ich war daher richtig froh, dass Martin, der eigentlich für diese Woche schon ganz abgesagt hatte, Montagabend doch den Vorschlag mit der Ostwand machte. Wetterprognose für Mittwoch war gut und stabil, also schnell noch Rucksack packen. Topo, Karte und Ostwandführer waren ohnehin schon griffbereit im Schrank und am nächsten Tag ging es dann gemeinsam direkt nach der Arbeit Richtung Königssee.

Hubert, Stefan und Martin
Hubert, Stefan und Martin beim Abendessen

Da wir mit einem der letzten Schiffe nach St. Bartholomä fuhren, wurde es auch bald recht ruhig und wir konnten unser Schnitzel genießen, während die Ausflügler immer weniger wurden, weil es mit Ausnahme des Ostwandlagers keine Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Zum Schluss blieben nur noch 13 Ostwandaspiranten (incl. 3 Bergführern) und ein paar Bedienstete zurück.

Herrliche Ruhe! Alleine der Abend in Bartholomä ist es schon Wert, dass man die Ostwand ein zweites mal macht!

Sonnenaufgang über St. Bartholomä

Das Ostwandwandlager ist ok, und für 13 Personen auch ausreichend groß.
Am nächsten Morgen klingelte dann um 4:00Uhr der Wecker und wir starteten gleich Richtung Wandfuß, wo wir solange frühstückten bis es um 5:30Uhr langsam hell wurde.

Der Einstieg in die Wand geht fließend vom Wandern ins Klettern über, wobei es jedoch einige Möglichkeiten gibt, sich im unteren Teil zu versteigen! Wirklich von Kletterei kann man aber erst ab der Wasserfallwand sprechen, unserer Meinung nach eindeutig die Schlüsselstelle der Tour. Hier zog sich auch das Feld der Aspiranten deutlich auseinander. Da wir das Seil im Rucksack gelassen haben, kamen wir recht zügig voran. Ab dann wurde die Wegfindung leichter und auch der Steinschlag machte und keine Probleme, da nur 4 Bergsteiger vor uns waren. Es folgten 2,5h schöne, abwechslungsreiche und routinierte Kletterei bis wir um 10:00 Uhr incl. mehrerer kurzer Brotzeiten den Watzmann Süd-Gipfel erreichten.

Nach einer halben Stunde Gipfelglück mit herrlichem Wetter namen wir uns die Watzmannüberschreitung und den ersten Teil des Abstiegs bis zum Watzmannhaus vor. Mit 2h Stunden vom Südgipfel bis hierher eigentlich noch ganz gut in der Zeit, merkten wir langsam aber sicher wie die Füße immer schwerer wurden. Der weitere Abstieg zog sich deutlich in die Länge und wurde auf den Schotterstraßen teilweise richtig lästig, da half auch das tolle Essen auf der Grünsteinhütte nichts. So waren wir doch recht froh als wir endlich um 16:00Uhr wieder am Königssee standen.

Hubert und Martin beim Baden im Königssee

Martin und Hubert nutzten die Gelegenheit noch zu einer Abkühlung, bevor es dann wieder nach Hause ging!

Alles in allem war es eine schöne, aber lange und anstrengende Tour bei idealen Verhältnissen und ein lohnender Ersatz für die geplatze Hochtour;-)

Martin, Hubert &Stefan

Watzmanngrat zw. Mittelspitze und Hocheckkurz vor der Biwakschachtel
Schrofenkletterei
Ehrfürchtig vor der 1800m Wand
Gipfelglück

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