Versuch Jochberg Nordwand – Linkes Gully (Panico: „zentrale Nordwand“?) WI 3-4, M4, ca. 500Hm (23.02.13)

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Am Samstag den 23.02.2013 starteten wir auf Initiative von Roland zusammen in Richtung Jochberg Nordwand, oberhalb des schönen Kochelsee gelegen. Obwohl Andy bereits vor den Verhältnissen warnte, die laut dem Erschließer der Wand aktuell nicht ideal seien, wollten wir uns dennoch von den Bedingungen vor Ort ein Bild machen.
Der angeblich 10-15 minütige Zustieg zur Wand zog sich im tiefen Schnee zunächst 30 Minuten hin, bevor wir die ersten eisähnlichen Skulpturen erkennen konnten, denn leider herrschte bis um die Mittagsstunden dichter Nebel mit Sichweiten um die 100 Meter. So war die Orientierung vor der Wand, ohne diese je komplett gesehen zu haben, nicht ganz trivial.

Diversen Tourenberichten zu folge, hatten das Orientierungsproblem schon mehrere Seilschaften und es hält sich auch hartnäckig das Gerücht, dass auch bei der Bezeichnung im Panicoführer Fehler gemacht wurden. Letztendlich sprachen wir uns mit einer zweiten Seilschaft ab, welche in den „Rechten Gully“(400/WI 2-3) starteten, den wir als Orientierungshilfe nahmen um das „Zentralcouloir/Linkes Gully/Zentrale Nordwand“(WI 3-4/M4/500m) zu finden.
Es begann eine weitere Stunde Schneewühlen die vor allem Johannes großen Spaß zu machen scheinte. Endlich fanden wir einen Einstieg, der in etwa passen könnte. Im nachhinein wurde klar, dass wir die ersten 1-2 Seillängen Eis durch die Schneeauflage überwunden hatten.
Ab hier eröffnete sich ein gigantischer Blick durch das Zentralcouloir. Auf den ersten Blick sah das Eis recht gut aus, doch spätestens nach den ersten Schlägen und Tritten merkte man die spröde, hohle und brüchige Substanz. Wir entschlossen uns dennoch eine weitere Seillänge zu gehen und am nächsten Stand weiter zu entscheiden. Dort verschlug die Nordwand einem nahezu den Atem mit dem Blick über die bedingungsabhängigen Varianten des Zentralcouloirs von WI4 bis WI6.

Angesichts des Eiszustandes und immer wieder abgehender, kleiner Pulverschneelawinen entschlossen wir uns abzuseilen und weitere Varianten der bereits begangenen Seillänge zu probieren. Hier bewies vor allem Roland extreme Nervenstärke in einem ca. 10m langen Aufschwung WI4, welcher bis auf 2 fragwürdige Eisschrauben im unteren Bereich keine Sicherung zuließ. Nach weiteren 2 Stunden „Eisbouldern“ in mitten der fragilen Eisstrukturen der Jochberg Nordwand und unter der mittlerweile zum Vorschein getretenen Nachmittagssonne, entschlossen wir uns den Tag nun beim Italiener unserer Vertrauens ausklingen zu lassen. Ein Wanddurchstieg war dem Jochberg zwar nicht abzuringen, aber wir haben einstimmig beschlossen wieder zu kommen…..wenn nicht dieses Jahr, dann sicher im Nächsten!

Alex, Jo, Roland.

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