Hochferner Nordwand, D- (55°/70°/950Hm – Versuch am 23./ 24.04.)

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Steilaufschwung (Umkehrpunkt)

Die Wand stand schon letztes Jahr 2 mal auf der To-Do-Liste von Stefan & Andy. Nur leider hatte der Wettergott hier sich nicht nach unserem Terminkaleder gerichtet und es hatte keinen Sinn ins Pfitschertal zu fahren. Diesmal war das anders und los ging`s. Wir wollten es probieren. Unsicherheitsfaktoren gab es dennoch: a.) viel Schnee diesen Winter, b.) die südseitig durchaus ungemütliche Frühjahrslawinensituation und c.) ob es nachts genügend kalt werden würde, oder ob Wolken die Ausstrahlung und somit ein schnelles Vorwärtskommen verhindern würden.

Vom Winterparkplatz aus – immer wieder mit Skitragen – ging`s los ins Oberbergtal Richtung Günther-Messner-Biwak. Beim Aufstieg war schnell klar: die Faktoren a.) bis c.) würden ein Problem werden. Es „rumpelte“ aus der Ferne beim Aufstieg… Strategie für morgen: falls es nachts rund um`s Biwak nicht gefriert, versuchen wir`s erst gar nicht. Ansonsten früh los und spätestens um 9 Uhr am Gipfel sein, um unsere Schutzengel bzgl. der Lawinensituation nicht überzustrapazieren.

Noch schnell ein Weißbier aus der Dose, denn es zog zum Sonnenuntergang zu und wurde schnell ungemütlich. Ab in die Blechschachtel mit einem Holländer und einem Belgier, die die Hochfeiler Nordwand morgen angehen wollen. Um drei klingelt der Wecker und kurz vor vier stapfen wir los. Rund um`s Biwak ist`s einigermaßen angefroren – wir starten und kommen zunächst gut voran. „Konditionsmurmel“ Stefan spurt die längste Zeit. Links an der Eisschlagzone vorbei ins erste Becken. Ab jetzt wirds anstrengend: einsinken bis zur Hüfte im ca. 45°-steilen Gelände. Wir werden langsamer und wechseln jede Viertelstunde mit Spuren durch. Ski anziehen oder weiterstapfen fragen wir uns ständig bei der Pulverwühlerei. Schließlich stehen wir um sieben vor dem steilen Eisaufschwung zum oberen Becken. Der sieht gut aus und geht seilfrei (max. kurze Stellen 70°). Nur unser Zeitmanagement ist nicht mehr zu halten. Ab hier plus eine Stunde für den Aufschwung. Plus nochmal wühlen im oberen Becken. Plus der Gipfelhang und rüber am Grat zum Hochfernergipfel. Wird wohl 11 Uhr werden, wenn wir uns ran halten und nicht langsamer werden?! Keiner hat Bock umzudrehen, die Tour ist von der Schwierigkeit kein Thema. Vielleicht ist die Lawinengeschichte ja gar net so prekär südseitig?! Schließlich sind wir konsequent und brechen ab ;-( Kommen wir halt wieder…

Der Abstieg geht schnell. Noch vor dem Biwak die Ski ran und Abfahrt. Mal links & rechts vom Bachbett. Durch Lawinenkegel mit und ohne Ski. Um 9 Uhr sind wir wieder zurück am Auto. Na ja, dann halt nen Cappo in Sterzing. Insider Stefan kennt sich dort ja aus…

Fazit: braucht noch ein paar warme Tage mit Ausstrahlung und Wiedergefrieren und dann gut im Aufstieg durchpowerbar. Auch die Frühjahrslawinensituation dürfte sich dahin entspannt haben… Fortzetzung folgt also…

Andy/ Stefan/ Kilian

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