Kurs 436 – kein Kurs wie jeder andere!

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Nicht nur eigene oder geführte Touren zählen – die AG19 beteiligt sich auch an der Ausbildung i.d. Sektionen (Details siehe Programm)

Bombenstimmung auf der Bärenluegspitze bei Kaltfrontdurchzug

Bericht Grundkurs Bergsteigen in Südtirol (St.Johann/ Ahrntal) 09.-12.05.2013

Eins vorweg: Kurs 436 war legendär! Und das lag vor allem an der überragenden Motivation der Teilnehmer. Ein bisschen auch an unserem gigantischen „Basislager“, dem Hotel Steinpent (www.steinpent.com), wo Hausherr Markus stets zuvorkommend für unser leibliches Wohl und dadurch für einen Ausgleich der Strapazen sorgte.

Neben den umfangreichen theoretischen Inhalten, die mittels Flipchart und Powerpoint in der Hausbar serviert wurden, stand vor allem learning by doing im Vordergrund, um das Rüstzeug für einen Wechsel vom Wander- ins Bergsteigerlager zu erlernen. Mitbringen musste man zumindest eines: nämlich Kondition für bis zu 1500 Hm im Auf- und Abstieg.

Auf dem Ausbildungsplan stand die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, die eine selbstständige Durchführung von alpinen Bergtouren im unvergletscherten Gelände ermöglichen.

So schlugen sich die Teilnehmer in zwei sich mit der Führung/ Orientierung abwechselnden Gruppen im weglosen Gelände (inkl. Spuren und Schneestapfen) am Donnerstag auf den Gipfel der Kopfkraxe (2366 m) durch. Bei strahlendem Sonnenschein gab es an deren Südgrat noch ausgiebige Übungseinheiten i.S. elementarer Tritt- und Klettertechnik bei der Begehung von Blockgraten und in der Wahrnehmungsschulung von Griffen und Tritten, die nicht das Ausmaß von
Trittschulung an der Kopfkraxe
„Monsterhenkeln“ hatten.

Den Kaltfrontdurchzug am Freitag nutzten wir in der Kletterhalle in Bruneck für das Erlernen und Vertiefen elementarer Klettertechnik und – taktik. Und auch zum Routenklettern blieb genügend Zeit.

Der Samstag – angekündigt waren Dauerniederschläge und schlechte Sicht – bot uns die Gelegenheit die theoretischen Basics i.S. Tourenplanung und Orientierung unter harten Bedingungen gleich in die Tat umzusetzen. So ging es bei Dauerschneefall in Richtung Dreieckspitze (3031 m) los. Zunächst noch mit Weg, verschwand dieser ab den Koflerseen zunehmend gänzlich unter den Rest- und Neuschneemassen. Es galt nun bei schlechter Sicht in die Bärenluegscharte (2860 m) zu navigieren. Kein Selbstläufer bei diesen Sichtverhältnissen und beim hüfttiefen Einsinken in den Schnee.

Mit „leichter Ermüdung“ schafften wir es punktgenau i.d. Scharte. Der Wind trieb die Schneeflocken waagrecht durch die Luft und sorgte für Vereisung an den umliegenden Felsen. Sehr zur Freude des Kursleiters, denn das war schlichtweg die perfekte Möglichkeit für extensive Übungen aus der Rubrik Gehtechnik mit Steigeisen und Eispickel an vereisten Felsen. Wir heizten über eine Stunde mit tags zuvor angeschliffenem „scharfen Gerät“ über eine gefrorene Melange aus Fels, Eis & Dreck. Leider zog es unser anvisierter Gipfel vor, dauerhaft in der Wolkensuppe zu verweilen, weshalb ein weiterer Aufstieg ohne Sicht keinen Sinn machte. Aber: Flexibilität ist eine Kernkompetenz des Bergsteigers!
An der Bärenluegscharte

Zuweilen kam nämlich über der Bärenluegscharte der Gipfel der Bärenluegspitze (2960 m) schemenhaft zum Vorschein. Also umgeplant, Gipfel angepeilt und sogleich das eben Erlernte beim Aufstieg in die Tat umgesetzt. Fast bei Orkanstärke (ein echter Klamottentest!) eroberten wir diesen einsamen Gipfel. Wer das schafft, hat sicherlich das Rüstzeug zum Bergsteiger! Jetzt nur noch absteigen, Schneestapfen, ziemlich müde Abendessen und ach ja: richtig, es war ja abends noch Theorie angesagt…

Den letzten Tag (Sonntag) ließen wir eher gemütlich bei durchwachsenem Wetter im Klettergarten „Drittlsond“ (Gestein: Schiefer) mit etwas Seiltechnik, Abseilen, kreativ Sicherungen legen und leichtem Klettern
Klettergarten Drittlsond
ausklingen, ehe es am Nachmittag nach Abschlusspizza und –feedback zurück nach Augsburg ging.

Ein Lob an die Teilnehmer Monika, Sabine I und II, Wolfgang, Jochen, Claudia, Hubert und Michael, denn auch der Kursleiter hatte einen Sack voll Spaß 😉

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