Hochtouren im Wallis zwischen Saastal und Mattertal

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Schorry, Michael und Alexander  vom 09.08. – 13.08.2013

Ulrichshorn (3927m) – Nadelhorn(4327m) – Stecknadelhorn(4241m) – Hohberghorn(4219m) – Dom (4545m)

 

Bei Nieselregen auf dem Weg zur Mischabelhütte(3329m)
Bei Nieselregen auf dem Weg zur Mischabelhütte(3329m)

Da dies eine bereits lange im Voraus geplante Tour war und die Wetterprognosen dennoch verheißungsvoll stimmten, starteten wir am 09.08. morgens um 6:00 Uhr an unserem Treffpunkt in der Nähe von Landsberg am Lech. Vom Nieselregen ließen wir uns nicht beeinflussen, da noch ca. 6h Autofahrt, 4-5h Hüttenzustieg und eine erste Nacht auf 3329 m.ü.M auf der Mischabelhütte zwischen uns und einem traumhaften Hochtourenwochenende standen. Letzte Hindernisse wie die für uns doch etwas komplizierter anzubringende schweizer Vignette ließen sich überwinden und so erreichten wir voll im Zeitplan den Ort Stalden an der Gabelung von Saastal und Mattertal. Von dort ging es mit dem Postbus nach Saas-Fee und nach einer kleinen aber für den ein oder anderen doch etwas schwer verdaulichen Stärkung bei leichtem Nieselregen an den Hüttenzustieg. An der Hütte angekommen wurden wir von einer generalstabsmäßigen Hüttenorganisation erschlagen: gestaffeltes Essen, durchnummerierte Schlafplätze, eine eigene kleine Rezeption etc etc. Am Abend begeisterte noch der Blick auf den Dom die Hüttenbewohner.

 

Starke Winde am Abend über dem Dom(4545m)
Starke Winde am Abend über dem Dom(4545m). Links davon Täschhorn, rechts Lenzspitze.

 

Für den nächsten Tag war akklimatisieren und eine eine Eingehtour auf das 3927m hohe Ulrichshorn geplant. Von daher bestellten wir Frühstück für 7:30 Uhr und konnten uns, nachdem gegen 3-4 Uhr die meisten die Hütte verlassen hatte, gemütlich umdrehen und „ausschlafen“. So alleine und entspannt saßen wir wohl alle noch nicht auf einer Hütte  😎

Panorama von der Mischabelhütte
Panorama von der Mischabelhütte. In Bildmitte das Allalinhorn, rechts davon Alphubel, Täschorn und Dom.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann gings in aller Ruhe los in Richtung Ulrichshorn. Der ein oder andere Bergführer war dorthin mit seinem Gast bereits um 4 Uhr gestartet und kam uns an der Hüttentüre schon wieder entgegen.

Auf dem Weg unserer Eingehtour zum Ulrichshorn(3927m)
Auf dem Weg unserer Eingehtour zum Ulrichshorn(3927m)

 

Nach dieser doch körperlich sehr anspruchsvollen Tour 😉  erreichten wir gegen 12:30  wieder die Hütte und entspannten den gesamten Nachmittag mit der ein oder anderen Bergsteigerzeitschrift in der Sonne. Nach einem frühen Abendessen um 17:30 gings dann gegen 19:00 ins Lager….zumindest war es ein Versuch zu schlafen. Am nächsten Tag war dann nämlich das Frühstück für 3:30 bestellt und um 4:00 brachen wir dann schließlich auf dem gleichen Weg wie am Vortag in Richtung Windjoch auf wo wir einen wundervollen Sonnenaufgang genießen durften.

Sonnenaufgang über dem Berner Oberland, markant zu sehen Jungfrau, Mönch, Aletschhorn und Finsteraarhorn.
Sonnenaufgang über dem Berner Oberland, markant zu sehen Jungfrau, Mönch, Aletschhorn und Finsteraarhorn.

Ab dem Windjoch ging es auf einem wunderschönen, mehr oder weniger steilen, Firn-/Eisgrat in Richtung Nadelhorn.

Auf dem Grat vom Windjoch zum Nadelhorn(4327m)
Auf dem Grat vom Windjoch zum Nadelhorn(4327m)
Am Gipfel des Nadelhorn (4327m)
Am Gipfel des Nadelhorn (4327m)

 

Hier zog einen der Wind, wie der Name Windjoch schon vermuten ließ, fast vom Grat. Gegen 7 Uhr erreicht wir nach 50 HM leichter Kletterei den Gipfel des Nadelhorns.

Der Aufenthalt gestaltete sich allerdings aufgrund des geringen Platzangebotes auf dem Gipfel sowie des starken Windes als eher kurz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zügig stiegen wir von der Nadelspitze ab und querten auf dem Firngrat zum Stecknadelhorn, welches wir in kurzer Kletterei erreichten. Ab hier sollte es richtig los gehen. Ier und IIer Gratkletterei vom Stecknadelhorn zum Hohbergjoch lag vor uns welche mit etwas Neuschnee gewürzt war.

Firngrat zwischen dem Nadelhorn und dem Stecknadelhorn
Firngrat zwischen dem Nadelhorn und dem Stecknadelhorn
Blick zurück vom Stecknadelhorn zum Nadelhorn über den Firngrat. Im Hintergrund die Lenzspitze.
Blick zurück vom Hohberghorn zum Stecknadelhorn über den Nadelgrat. Im Hintergrund das Nadelhorn.
Blick vom Stecknadelhorn(4241m) über die Schlüsselstelle der Tour, den Nadelgrat (II), zum Hohberghorn(4219m)
Blick vom Stecknadelhorn(4241m) über die Schlüsselstelle der Tour, den Nadelgrat (II), zum Hohberghorn(4219m)

Hier kamen wir am gleitenden Seil zügig voran und hängten vom Hohbergjoch gleich noch das Hohberghorn(4219m) dran. Nach einer kurzen Pause, denn auch hier pfiff der Wind ordentlich, starteten wir gegen halb 12 die „schöne Abstiegsalternative“ vom Hohbergjoch nach Westen hinunter auf den Hohbergletscher, über welchen auch der Normalweg zum Dom verläuft. Zitat aus dem Führer: „Schöne Alternative zur Domhütte. Steiler Abstieg, aber gut zu gehen“. Daraus entwickelte sich ein Abstieg über eine 250-300HM lange und größtenteils bis zu 50° steile Firnrinne, welche bereits allerschönsten Sulzschnee beinhaltete.

 

 

250 Höhenmeter lange und 50° steile, sulzige Abstiegsrinne vom Hohbergjoch.
250 Höhenmeter lange und 50° steile, sulzige Abstiegsrinne vom Hohbergjoch.

Hier ist sie zu sehen, die „wunderschöne Abstiegsalternative“, welche für uns die eigentliche Schlüsselstelle der Tour darstellte und diese auch um gut 2h verlängerte, da die letzten 50m nicht mehr abzuklettern waren sondern im brüchigen Fels nach festen Blöcken für die Abseilstrecke gesucht werden durfte. NICHT EMPFEHLENSWERT 😉

Nach 15h Tour und 1300HM im Auf- sowie 1400HM im Abstieg sehnten wir uns nach der Domhütte und erreichten diese pünktlich zum Abendessen um halb 7. An den nächsten Tag, den Aufstieg auf den Dom über den Festigrat (AD), wollte noch keiner denken. Als dann jedoch gefragt wurde wann wir denn frühstücken wollen würden, um 3 Uhr oder 7:30 Uhr, wurden wir auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen und antworteten natürlich, selbstverständlich 3 Uhr  😎

Da hieß es übrigens ergänzenderweise, dass man keinen Wecker stellen müsse, um 3 Uhr werde gemeinschaftlich geweckt…..um 3 Uhr am nächsten Tag waren wir die Einzigen im Zimmer, der Rest saß bereits beim Frühstück. Soviel dazu. Unbeeindruckt davon starteten wir um 4 Uhr zuletzt an der Hütte und begannen den Aufstieg zum Festijoch, welches wir nach ca. 2h erreichten und ohne Wartezeit erklettern konnten. (40-50m, II)

Ab hier begann nun der eigentliche Festigrat, welcher sich dort vom Normalweg trennte. Pünktlich zu einer kleinen Pause konnten wir den Sonnenaufgang sehen, welcher das Matterhorn, Dent Blanche, Zinalrothorn und Weißhorn in wundervolle Farben tauchte.

Sonnenaufgang über Matterhorn, Dent Blanche, Zinalrothorn und Weißhorn
Sonnenaufgang über Matterhorn, Dent Blanche, Zinalrothorn und Weißhorn

Prompt ging es gleich zackig los auf dem Festigrat, welcher gleich auf etwa 30°-40° aufsteilte und tollen Firn, teilweise blankes Eis, aber auch kleinere Felseinlagen bot.

Auf dem Festigrat zwischen Fels, Eis und Schnee Kletterei am Festigrat

Zu guter Letzt folgte noch der Aufstieg, zusammen mit den Normalweggehern, am Gipfelaufbau, wozu uns auch gleich wieder unser, vom Vortag, alt bekannter Freund „Wind“ begrüßte und begleitete. Starke Schneeverwehungen taten dazu ihr übriges und so erreichten wir nach ca. 6h den Gipfel des Doms auf 4545m.

Scharfer Wind und Schneewehen auf den letzten 100 Höhenmetern
Scharfer Wind und Schneewehen auf den letzten 100 Höhenmetern
Der Gipfel des Doms auf 4545m
Der Gipfel des Doms auf 4545m

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem sehr schnell Abstieg zur Domhütte waren wir alle glücklich und krönten das Ganze in dem wir mal ordentlich von der Karte der Hütte bestellten. Wir konnten den Nachmittag gemütlich ausklingen lassen, da der Abstieg und die Heimreise luxuriöserweise erst für den nächsten Tag geplant war.

Tolle Tour mit tollen Tourenpartner! Danke!

Berg heil!

Alex

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