AG 19 im Elbsandsteingebirge bei Bernd Arnold

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Kletterfahrt in die Sächsische Schweiz vom 03.10. bis 06.10.13
(von Kilian Neuwert)

 

Aus dem Süden der Bundesrepublik steuern drei Autos nach Hohnstein in der Sächsischen Schweiz. Das eine startet in Stuttgart, das andere in Regensburg, das dritte in München. Aus dem Fenster des Münchner Autos blickt Schorry – draußen ziehen Felder vorbei, Windräder, Bauernhöfe. Hier irgendwo war sie einst: die Innerdeutsche Grenze, über die wir heute am dritten Oktober fahren, um in Sachsen Klettern zu gehen. Es ist fast schon eine symbolische Fahrt der AG19.

Doch „Klettern gehen“ ist in diesem Falle nicht ganz richtig: Wir lassen uns coachen. Von Bernd Arnold. An die neunhundert Erstbegehungen in Sachsen gehen auf sein Konto, er war an der Bergen der Welt unterwegs und ist es immer noch. In vier Tagen wollen wir von ihm lernen, was es heißt, im Elbsandsteingebirge unterwegs zu sein.

Bernd beginnt gemütlich: Balanceübungen an einem Felsen nahe Hohnsteins. Erst Barfuß dann mit Kletterschuhen geht es über mäßig steiles Plattengelände hoch und wieder runter. „Stehen lernen“, ist sein Credo. Wir werden noch daran denken.

Dann die ersten Wege im Brandgebiet, immer wieder erzählt Bernd über die Geschichte des Gebiets, des Gesteins, der ganz eigenen Kletterethik und Tradition. Bernd klettert barfuß, hängt Topropes ein, lässt uns mit Knotenschlingen üben. Wir steigern uns langsam, der Meister steht am Boden und sieht uns genauer zu, als wir denken. Abends dann: Pasta, ein paar mitgebrachte Biere in der Unterkunft, Geschichten von Bernd.

Doch bereits am Freitag wird es ernst: Die ersten scharfen Vorstiege – wieder im Brandgebiet. Langsam fühlt sich der Sandstein vertrauter an. Bernd schickt uns in einen Kamin, einen Handriss und über zwei plattige Wege auch auf unsere ersten Gipfel. Am Freitag und Sonntag ist selbstständiges Klettern angesagt. An die Sturzgrenze geht hier niemand, wir genießen das „Solo-Klettern“ über unseren Knotenschlingen fern des nächsten Ringes. Hier unterwegs zu sein ist eine ganzheitliche Erfahrung und dank der Gipfelausstiege und der eigenverantwortlichen Absicherung näher am Hoch- als am Mittelgebirge.

Unser Dank gilt Bernd Arnold. Wir haben Sand geleckt – wir kommen wieder!

 

Von uns gekletterte Wege (Bewertungen, sofern angegeben, gemäß der sächsischen Skala):

Pantinenturm: Alter Weg, Südwand, NO Wand „Edelweißkante“

Juniorenwand: Anstand (7c)

Saugrundwächter: Alter Weg mit Direktvariante, Westriss

Schwarzwildturm: Südriss

Verlassener Turm: Talkante (7c)

Gansscheibe: Alter Weg

Gans: Südwand, Hartmannweg, Rissspur

Soufleur: Osthangel, Südwand (nur Toprope)

Wehlnadel: Alter Weg

Lilienstein: Westecke, Südhangel mit direkter Ausstiegsvariante, Südkante mit Direktvariante, Südverschneidung mit Austieg Südkante

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