Jubigrat Winterbegehung

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15.03.2014

Seit ziemlich genau einem Jahr schon steht die Winterbegehung des Jubigrates auf der „Unbedingt-Mal-Machen“ -Liste von Stefan und mir. Letztes Jahr sollte es uns leider nicht vergönnt gewesen sein. Nach langem Zögern und eigentlich passablen Bedingungen, vereitelten exzessiver Schneefall und unsichere Bedingungen den Plan. Bei diesem Vorhaben, so die einhellige Meinung der vermeidlichen Fachwelt, entscheiden (fast) allein die Wetterbedingungen zwischen souveräner Gratkraxelei und zweitägiger Horrorhochtour. Dieses Mal standen die Zeichen ganz gut. Vorhergesagt waren zwar ein recht zugiger Wind und beginnender Schneefall, jedoch alles gegen Sa/So Abend und da ist man ja schon im Grathüttl oder wieder an der Seilbahn. Soweit der Plan. Ein Blick auf skitouren.ch und die Zugspitz-Panorama-Kamera verriet, dass der Jubigrat kurz vorher schon begangen wurde und die Bedingungen am Grat auch super waren. Der letzte Eintrag war sogar als Tagestour beschrieben und das im Winter! Schnell war klar, das probieren wir auch. Freitagabend, direkt nach der Arbeit, trafen wir uns in Garmisch an der Kreuzeckbahn. Ich lies mein Auto für den Rückweg stehen und mit dem T5 ging es vorbei an einer hiesigen Party-Pizzaria im Kuh Style mit überraschend leckerer Pizza, weiter zur Eibsee-Seilbahn, wo wir die Nacht auf dem Parkplatz verbrachten. Entgegen der im Netz verbreiteten Meinung geht die erste Seilbahn erst 07:30h. Allem betteln und flehen zum Trotz nimmt eine Bedienstetenbahn 07:00 nur Bedienstete mit. Halb so wild, Schlaf wird ja sowieso überbewertet. Unpünktlich 07:45 standen nun wir zusammen mit zwei Bergführern und ihrem Klienten am Einstieg. Zeit für romantische Zugspitzfotos blieb leider nicht. Stefan, getrieben von der Angst den Zeitplan nicht halten zu können, stürmte los. Als ich mein zweites Steigeisen montiert hatte winkte er schon hinterm Gipfelkreuz. Ich warf ein kurzes „Viel Glück“ zu den Bergführern und stürmte hinterher. Die Bedingungen waren super. Der Grat war überzogen mit herrlich festem Firn und top Trittschnee. Eine Spur vorangegangener Begehungen wies hervorragend den Weg. Gleich von Start lossprinten lässt einen jedoch recht schnell den Höhenunterschied zwischen Parkplatz und Jubigrat spüren. Dennoch kamen wir sehr schnell vorwärts. Die kurzen Abkletterstellen zum Anfang, welche mit 2-3 angegeben sind, waren mit Steigeisen gut zu überwinden. Eine kurze Querung um eine Wächte herum über abschüssige Platten erwies sich als überraschend heikel. Stefan meisterte diese Herausforderung souverän. Ich sparte mir die Erfahrung, nahm die Direttissima und kletterte mit etwas mehr Kraftaufwand über die Wächte drüber. Nach ca. 3h gegen 10:45 standen wir am Grathüttl. Zeit für eine Brotzeit, also Steigeisen aus und rein in die gute Stube. Das neue Grathüttl ist mit 12 Schlafplätzen, bequemen Decken und Matratzen eigentlich recht gemütlich eingerichtet. Kurz fand ich es fast schade, dass wir so früh waren. Nach einer kurzen Pause ging es weiter in Richtung Alpspitze. Auf- und abkletternd zum Anstieg zur Volkarspitze der mit (D) die klettersteigtechnische Schlüsselstelle darstellt. Ohne die Möglichkeit sich verlaufen zu können zog die Spur links vorbei am Hochblassen, dessen Grat im Übrigen auch gespurt war. Irgendwann so zwischen 13 und 14 Uhr waren wir auch auf der Alpspitze. Ein kurzes Gipfelfoto und weiter ging es über den Alpspitzferrata in Richtung Seilbahn. Nach gut 7h kamen wir 14:50 völlig fertig an der Alpspitzbahn an. Mit genug Puffer zur letzten Talfahrt genehmigten wir uns erstmal eine zünftige Brotzeit und jede Menge Radler. Als krönenden Abschluss der Tour, musste ich Held beim Abfahren mit der Gondel in Richtung Parkplatz, feststellen, dass ich den Schlüssel zu meinem Auto im T5 liegen gelassen hatte. Irgendwie haben wir auch das gelöst. Und was bleibt, ist der Eindruck einer Konditionell anspruchsvollen aber wunderschönen Felsfahrt, welche wir an dem Tag genießen durften.

viele Grüße,

Stefan & Uwe

 

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