Hochferner NW (D-,45-60°,900hm)

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Thomas E. und Stefan, 24-25.05.2014

Nach gemütlicher Anreise und einer leckeren Pizza im Sterzinger Tennisheim erreichen wir am Samstag 14:00Uhr ziemlich voll gefressen den Parkplatz der Hochfeiler Hütte bei Kehre 3 der Pfitscherjoch Straße. Dort macht sich gerade ein Italienische 4er Gruppe fertig, welche wir jedoch noch am Parkplatz überhohlen. Der Weg zum Günter Messner Biwak ist schon bis in den Talschluss schneefrei, nur die letzten Meter zur Moräne auf der das Biwak steht, führen noch übern Firn. Oben am Biwak liegt bereits eine 3er Gruppe aus Innsbruck in der Sonne. Wir gesellen uns dazu und warten bis auch die Italiener vom Parkplatz eintreffen. Nun wären die 9 Schlafplätze des Biwaks eigentlich voll, aber es dauert nicht lange bis man unten im Tal die nächsten Seilschaften aufsteigen sieht. Das Biwak ist in mittelmäßigem Zustand, Boden und Matratzen waren etwas feucht-modrig, (Kissen war schon grün bewachsen…  lecker ;-), aber es gibt ausreichend Decken (normale Anzahl an Übernachtungsgästen vorausgesetzt) und sauber wars eigentlich auch => Hab schon deutlich schlimmere Biwaks gesehen. Nunja und so gegen 18 Uhr wurde der Trubel vorm Biwak immer größer. Letztendlich kamen noch zwei Tiroler hoch, die später aber wieder abgestiegen sind und eine 4er Gruppe Münchner, die unbedingt meinten wir sollten doch zusammenrutschen und auf den nicht mal 60cm breiten Matratzen zu zweit schlafen. Naja, zum entsetzend er jungen Münchner Truppe waren alle die rechtzeitig ein Bett ergattert hatten nicht besonders begeistert von der Idee : -) So entbrannte noch eine recht amüsante Diskussion wer wo schläft. Thomas und Ich hatten uns die Beiden obersten Betten gesichert und konnten dem Trubel entspannt zu schauen. Irgendwie wollte dann doch keiner bei uns in 2 Meter Höhe auf der Bettkante schlafen J… wobei ich bei dem extrem hohen Mädlsanteil (3 Frauen unter 30, die nicht mal schlecht ausgschaut haben! ) evtl. sogar bereit gewesen wär zu teilen J. Unabhängig davon haben noch zwei Italiener neben dem Biwak gezeltet und weitere zwei habe ich irgendwie aus den Augen verloren. Am nächsten Tag als wir um ca. 5 aufbrachen sah man noch einige weiter Seilschaften vom Tal aufsteigen, wobei die Meisten mit Ski Richtung Hochfeiler gegangen sind.

Nun noch kurz zur eigentlichen Tour, der Hochferner NW. Da wir ohne Ski und mit leichtem Gepäck unterwegs waren, konnten wir seilfrei auf bestem Firn die untersten 2/3 des Gletschers zügig hochstapfen. Wir hatten keinen Stein- oder Eisschlag, wobei schon recht viel Abraum unten in der Auslaufzone rum liegt und der letzte verbliebene Gletscherbruch im oberen 1/3 über einem auch nicht besonders safe ausschaut. Dort angekommen steilt die Tour auf ca. 60° auf mit hartem, sprödem Eis das auch großflächig abplatzte. Wir entschlossen uns am gleitenden Seil zu gehen und schafften es mit unseren 5 Eisschrauben und den 4 Tiblocs an einem Stück hoch durch das steile Stück (ca. 200m). Danach ging es nochmal ca. 200 hm in anstrengender, steiler Frinstapferei weiter zum Gipfel des Hochferners. Leider hatten wir kein besonderes Wetterglück, es war neblig und sehr windig, weshalb wir nach einer kurzen Brotzeit gleich wieder über den Weiskarferner abgestiegen sind. Der Firn hat gut getragen, mit Ski hätte man noch bis zum Beginn des Sommerwegs der Hochfeilerhütte abfahren können. Dann über den Sommerweg zurück zum Parkplatz, wo Thomas nach nicht mal 6 Stunden die Tour mit einem (Ganzkörper!) Bad im Gletschbach die Tour ausklingen lies.

Viele Grüße und Bergheil!

Stefan und Thomas

P.S. Der Akku meiner Kamera hat die Biwaknacht nicht überlebt, daher gibt’s nur Bilder vom Zustieg.

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