FKK… oder drei Eiskurse am Pasterzenboden

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IMG_8118Ende Juni trafen sich drei Eiskurse auf der Oberwalderhütte am Pasterzenboden. Ein ganzer Schwung Bundeshauptstädter war mit AG19`ler Tom für die Sektion Berlin am Start, ein paar Oberpfälzer mit AG19`ler Stef für die Sektion Regensburg und zwo untentwegte Schwaben mit AG19`ler Andy für die Sektion Augsburg. Je nach Ausrichtung der Kurse (Grundkurs, bzw. Aufbaukurs) wurde rund um die Hütte die obligat auf den Plänen stehenden To-Do`s wie Spaltenbergung, Seiltechnik, Gehen mit Steigeisen, etc. geübt. Das Ganze würzten wir Augsburger (wir waren beim Aufbaukurs insgesamt nur zu dritt) noch mit möglichst spaltensturzfreiem Rein- und Rausmanövrieren in den Eisbruch (Seilschaft in Aktion), mit den Grundtechniken im Steileisklettern in den vorgefundenen Gletscherspalten, mit dem Bauen von Ständen mit mobilem Klemmsortiment und einer diffizilen Toperope-Mixedkletter-Station.
Das Wetter spielte für die Kurse i.S. Tourenplanung prima mit und wechselte von supererstklassigen Hochdruckwetter bis hin zum Durchzug einer Kaltfront mit 30 cm Neuschnee. So war klar: die guten Tage für Touren nutzen, die schlechten für die Themen im Umfeld der Hütte. Während ganze Heerscharen zum Hausberg Johannisberg auf unterschiedlichen Wegen zogen, statteten wir der Nordwand des Fuscherkarkopfs (FKK) einen Besuch ab. Über die Nordwand war die letzten Wochen schon länger niemand mehr oben gewesen, das wollten wir ändern.

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Während das Wandstudium im unteren Drittel der Nordwand erstklassigen Trittfirn versprach, sah das obere Drittel der Originalroute, die leicht linkerhand zum Gipfel zieht, lawinentechnisch eher beunruhigend aus. Quasi Entscheidungsstrategie live im Kurs. Was tun?! Ergebnis: gerade hoch, nicht links und durchs leichte Mixedgelände (ca. M2-3) in Richtung Gratschneide. Den unteren Abschnitt bis zum Beginn des felsdurchsetzten Teils gingen wir seilfrei. Wir machten Stand und sicherten anschließend drei Seillängen über dünnes Eis und vereisten Fels hoch bis zum Grat. Hier noch kurz links und wir hatten den Gipfel für uns allein. Gegenüber lachte die Schauseite des Großglockners herrüber.

 
P1030301Jetzt nur noch den Nordwestgrat (II) runter. Wieder eine Entscheidung: sichern, nicht sichern?! Aber wenn sichern, wie bitte auf der eher horizontalen, teilweise messerscharfen Firnschneide. Also improviesieren, Seil ausgehen und ein paar Meter rechts vom Grad die Flanke runter pickeln, ausharren, Seil einholen und die Nachkommenden links der Schneide nachholen. Dieses Spiel an heiklen Stellen wiederholen und wir waren am Vorgipfel. Der jetzt in steileren Stufen abfallende Grat ist mit fixen Sanduhrschlingen sehr gut absicherbar (gleitendes Seil oder Ablassen/ Abseilen), auch nachbessern (Köpfl/ Keile) kann man bei Bedarf. Alles super Trainingsgelände! Unten hatten wir es dann von der Fuscherkarscharte nicht mehr weit zur Hütte, wo wir mit der netten Truppe aus Berlin & Regensburg die gemeinsame Abendgestaltung angingen.

 

Fazit: super Tour, super Kurs, super Teilnehmer (Alfons & Alex: super wart`s) und die Preiß`n san gar net so schlimm eigentlich… hat Spaß g`macht!!!

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