AG 19 Hochtourencamp (28.-31. August)

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Die Berliner Hütte im MorgenlichtDas Team: 13 hochmotivierte Bergsteiger(innen) aus Augsburg, Regensburg, Stuttgart und München. Das Ziel: Die Berliner Hütte (2042m) in den Zillertaler Alpen. Die Mission: schöne Hochtouren in Fels und Eis …

Stop: Eis? Nach diesem heißen Sommer? Fehlanzeige! Die kümmerlichen Reste von Waxeggkees, Hornkees und Schwarzensteinkees schwitzten bei den tropischen Temperaturen Ende August genauso wie wir, viele klassische Hochtourenziele – z.B. Turnerkamp, Roßrugg oder Großer Möseler – sind aufgrund der krassen Ausaperung, der riesigen Bergschründe und der großen Steinschlaggefahr von der Berliner Hütte aus leider nicht mehr möglich.

Uwe am Südgrat der ZsigmondyspitzeAlso konzentrierten wir uns auf Touren im Fels: Die Zsigmondyspitze (3089m) wurde im Laufe des Wochenendes von fast allen Teilnehmern der Gruppe bestiegen. Während die meisten den Normalweg wählten (II, stellenweise III-), entschied sich eine furchtlose Seilschaft für den direkten Weg über den brüchigen Südgrat (V). Da hieß es: Ja nichts fest anreißen und wackeligen Schuppen gut zureden!

Auch die Hornspitzen waren ein naheliegendes Ziel. Zwei Seilschaften machten sich über den jämmerlichen Rest des oberen östlichen Hornkees und leichte Blockkletterei (II-III) im Gipfelbereich auf zur höchsten III. Hornspitze (Berliner Spitze, 3254m); die geplante anschließende Überschreitung der II. und I. Hornspitze brachen wir knapp 30 Höhenmeter unter dem zweiten Gipfel ab, der ein einziger Bruchhaufen ist und uns zu instabil erschien, um guten Gewissens weiter zu klettern. Die Eisfreaks Andy, Andi und Uwe wollten unbedingt die mitgebrachten Eisgeräte „irgendwo reinhauen“ und entschieden sich für den direkten Aufstieg durch den Gletscherbruch des Hornkees, um eine Überschreitung der V., IV. und III. Hornspitze Im Gletscherbruch des Hornkeeszu wagen. Eine abwechslungsreiche Tour mit Pickeln durchs Spaltengewirr, Wühlen durch Schutt zum Grat und luftigen Querungen auf abschüssigen Trümmern und Hangelleisten. Schon interessant, was im Führer so als IIer-Gelände ausgewiesen ist …

Zu guter Letzt machten sich ein paar Leute auch noch zum Großen Mörchner (3285m) auf. Den Aufstieg über den Westgrat (III-) kann man inzwischen komplett ohne Gletscherberührung machen, die etwas knifflige Suche nach dem Einstieg wurde mit einer schönen, teilweise brüchigen und ausgesetzten Gratkletterei belohnt. Nur beim Abstieg über den Schwarzensteinkees wurden die Steigeisen kurz benötigt.Gipfel der Berliner Spitze

Nachdem die ersten schon am Sonntag abgereist waren, stieg die Resttruppe nach einem gemütlichen Frühstück am Montag auch komplett ab – eigentlich mit dem Ziel, in der Nähe der Klausenalm noch ein paar Seillängen zu klettern, aber der Kaiserschmarrn und das kühle Bier auf der Alm waren doch verlockender als Plattenschleicherei in der prallen Sonne. Nur Melanie und Flo wagten sich ins „Rabennest“ (VI+) und legten noch vier Seillängen zurück.
Überschreitung der V. und IV. Hornspitze

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