Eisklettercamp, 5th anniversary im Pitztal

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Ende Januar war es endlich wieder soweit: Zum fünften Mal in Folge fand in lieb gewonnener Tradition dass sehnsüchtig erwartete alljährliche Eisklettercamp der AG19 statt. Trotz wenig winterlicher Verhältnisse folgen 25 Eisjünger dem Ruf ins Pitztal. Aus München, Augsburg, Regensburg und Stuttgart kamen AG19 Mitglieder und Freunde zusammen, um drei Tage lang die gefrorenen Wasserfälle der Umgebung unsicher zu machen.  Zustieg_Bachtrattle   

Wie alle Camps der AG19 ist auch das Eisklettercamp eine Gemeinschaftstour, bei der jeder Teilnehmer eigenverantwortlich unterwegs ist. Mitglieder und Freunde unterstützen sich dabei bei der Planung, Auswahl und Bewertung der Touren gegenseitig. Natürlich steht hier auch das gegenseitige Kennenlernen neuer potentieller Tourenpartner im Vordergrund. Daher stehen die Camps stehen auch voll im Sinne des AG19 Mottos „Von Mitgliedern für Mitglieder“, denn sie tragen einerseits zu einem aktiven Gruppenleben bei und fördern andererseits natürlich auch die Bildung von Seilschaften. Denn klar ist ja auch: Anspruchsvolle Bergtouren unternimmt man nur mit Partnern die man kennt und denen man vertraut…

Kilian_im_Colouir#Zehn Eisverrückte konnten es in diesem Jahr gar nicht erwarten und reisten sogar schon einen Tag früher in die komplett ausgebuchte Pension Siggi in Neurur an. Der erste (inoffizielle) Tag wurde dann zunächst einmal ausführlich genutzt um die offensichtlich nicht ganz optimalen Verhältnisse zu checken. Melanie, Michi und Uwe fuhren einmal längs durchs Tal um schlussendlich etwas enttäuscht in der Kitzgartenschlucht beim Drytooling hängen zu bleiben. Der Rest vergnügte sich derweil in der eissicheren Taschachschlucht. Teils sogar am Fels. Da man es am ersten Tag ja nicht gleich übertreiben soll, saßen einige schon 13:00h bei Bier und einer phantastischen Pizza im Hotel Wiese und ließen es sich gut gehen. Die anschließende Sauna ließ fast Wellnessgefühle aufkommen.

Planung_am_AbendAm ersten offiziellen Abend war die Beschaulichkeit jedoch schnell vorbei. Die Pension füllte sich rasant und unsere Wirtin Silvia hatte Mühe die hungrigen Eiskletterhorden satt zu bekommen. Nach ein, zwei Zirben wurden abends recht schnell die ersten Tourenpläne geschmiedet. Die Taschachschlucht bot für die meisten Neuankömmlinge sichere und kalkulierbare Eisbedingungen, um nach einem eislosen Jahr wieder die ersten Pickelversuche zu starten.  Stefan, Tom, Martin und Uwe trauten sich in die Bachtrattle (WI5), welche von weitem sichtbar gute Verhältnisse aufwies. Der gestufte Fall mit seinen drei Seillängen ging hervorragend zu klettern und belohnte nach einem mühsamen Zustieg widererwarten feinstes Eis. Kilian, Schorry, Anja und Tom  stapften in ein vergnügliches namenloses Couloir. Das bot drei Seillängen Eis (bis WI4), garniert mit etwas Schneestapferei dazwischen. Die drei waren so schnell, dass sie nach ihrer Tour sogar noch ein Bierchen in der Sonne genießen konnten. Gabor und Maria, zum ersten Mal beim Eiscamp dabei, sollten die Tage Skitourenkönige werden. In Vorbereitung auf ihren Kurs zum Trainer-B Skibergsteigen stapften sie unermüdlich jeden Tag über die Pitztaler Berge verschiedene Skitouren. Sie „erschlossen“ unter anderem den Rositzkogel und den rechten Fernerkogel. Touren die in den nächsten Tagen noch von einigen skitourbegeisterten Teilnehmern gemacht werden sollten. Die Bedingungen, die die Bachtrattel-Pioniere am ersten Tag vorgefunden hatten, sorgten nach deren Begehung für Begeisterungsstürme bei allen anderen Teilnehmern des Camps. Und so brachen in den folgenden Tagen nahezu alle zu dem Wasserfall auf.

Anja_GipfelDer Zuspruch zum Eiscamp war wie jedes Jahr beeindruckend. Statt der 25 Plätze hätten wir auch in diesem Jahr vermutlich 40 füllen können. Als nächstes Ziel steht das Alpinklettercamp in der Palagruppe auf dem Plan.

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