Klettertrip Frankreich 2016

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Patrick, Tom mit Families&Friends

Als erstes Ziel stand Ailefroide auf dem Programm, dass einige von vorherigen Besuchen kannten.

Positiv hervorzuheben ist, das man vom Campingplatz aus alles zu Fuß erreichen kann: Supermarkt, Bergsportladen, sowie Cafe´s und Restaurants, nicht zu vergessen die Einstiege von allen Touren egal welcher Art von vertikaler Aktivität.

Meistens herrscht in den Mehrseillängen plattige Kletterei in perfektem Granit vor, unterbrochen durch kurze, steile Meter mit Griffen. Die Touren sind in der Regel gut abgesichert, in den leichteren Längen etwas weitere Hakenabstände.

Dem Kletterer, der ans Frankenjura gewöhnt ist, kommt am besten in dem Sektor La Gorge beim Sportklettern auf sein Kosten. Dort sind die Touren lang, schön und ausdauernd – absolut lohnend.

Auch Bouldern ist in Ailefroide populär, es gibt Blöcke jeglicher Schwierigkeit, auch kann man im Ort Crashpads mieten.

Verwendetes Führermaterial:

  • Briancon Climbs

  • Escalades des Ailefroide

  • Topos von Camptocamp.org

Von uns in verschiedenen Seilschaften gekletterte Touren:

  • Ecrins Total: 200m, 5c, steigt man am Nachmittag ein, ist die Wand im Schatten. Mehrere Abseilpisten vorhanden.

  • Remonte Ponte direct: 200m, 5c, Ebenfalls plattig, gemütliches Band nach 7 SL lädt zur Pause ein. Der Abstieg erfolgt zu Fuß.

  • Sueur de Boucs: 350m, 5c+, lange 9 SL, immer über 40m, etwas längerer Zustieg, rund 1 Stunde. Großteils plattig, etwas weitere Hakenabstände, durchweg schöne Kletterei, 7-mal Abseilen, um wieder am Wandfuß anzukommen. Lohnende Unternehmung!

  • Logique Floue: 200m, 6a, Interessante Tour, plattige Abschnitte werden durch Teilstücke mit senkrechten Abschnitten unterbrochen, dort lassen sich Griffe finden(Piazrisse). Zurück zum Wandfuß durch abseilen, die 1. Länge schön freihängend, die 2 weiteren weniger spektakulär.

 

Vorhandene Absicherung kann meistens problemlos ergänzt werden
Vorhandene Absicherung kann meistens problemlos ergänzt werden.
Material einsammeln
Material einsammeln, teilweise gibts sogar Griffe!
Freihängendes Abseilen macht Spass!
Freihängendes Abseilen macht Spass!

 

  • Spit on Cup: 200m, 5a, kurze, nette Eingehtour, um sich an die plattige Kletterei zu gewöhnen. Abseilpiste vorhanden.

  • La Fissure: 280m, 5b, Die dominierende Linie, die einen direkt bei der Ankunft ins Auge sticht! Nur Standhaken älteren Datums gebohrt, ansonsten Normalhaken und wenige fixe Schlingen. Zur zusätzlichen Absicherung reichen Cams 0,5-3, Größe 1-3 am besten doppelt sowie Bandschlingen. So ganz anders, keine Platten, nur eine kurze Stelle. Ansonsten herrscht Risskletterei vor. Der Abstieg zu Fuß führt kurz durch absturzgefährdetes Gelände, besser an Bäumen sichern. Alles in allem eine geniale Tour!

Bliuck aus La Fissure auf den Campingplatz
Bliuck aus La Fissure auf den Campingplatz
Prost! Auf einen schönen Urlaub!
Prost! Auf einen schönen Urlaub!
  • Et on tuera tous les affreux: 450m, 6a, plattige Tour, schöner Einstiegsüberhang, im Mittelteil nochmal leicht überhängend, allerdings sind wir nach der 5. SL nach rechts in eine andere Tour abgebogen. Nach weiteren 2 SL( 1x 5c, 1x 6a+) erreichten wir das Ende der Tour, den Abseilstand.

  • La bonne Poire: 200m, 6a, wie gehabt, viele plattige Abschnitte werden durch leichte Überhänge verbunden. Mehrere Abseilpisten vorhanden.

Von Briancon ging die Reise weiter nach Orpierre, unterwegs lässt sich gut ein bisschen am Lac des Serre Poncon baden und entspannen sowie in Gap einkaufen, es liegt alles auf dem Weg.

Überall Felsen fürs Klettern in Orpierre
Überall Felsen fürs Klettern in Orpierre
Morgenstimmung in Orpierre
Morgenstimmung in Orpierre

Die Facts zu Orpierre: Kalkkletterei, großteils nach Osten, Süden und Westen ausgerichtet. Die einzige Nordwand (Le Puy), die wir zum Sportklettern aufgesucht haben, wurde nur durch geklebte Haken zusammen gehalten. Zusammengefasst lässt sich zu den Gebieten sagen:

  • ab 6a wird’s interessant und weniger speckig

  • je nach Sektor Vormittags oder Abends Schatten

  • Die Sektoren sind auch alle zu Fuß erreichbar vom Campingplatz

  • Eingebohrt sind alle Sektoren gut bis sehr gut, kein zusätzliches Material notwendig

  • Auch gibt’s die Möglichkeit auf Mehrseillängen, los geht´s bei 5b aufwärts

  • Orpierre ist aufgrund der Ausrichtung der Wände eher nix für die ganz warme Jahreszeit, jedoch sollte sich dort im Herbst bzw. Frühjahr prima Klettern lassen.

  • Zur Infrastruktur: der Ort hat 2 kleine Kletterläden, einen Supermarkt sowie ein paar Möglichkeiten, sich bekochen zu lassen.

  • Der Kletterführer ist vor Ort zu beziehen .

  • Von Orpierre lohnt der Tagesausflug nach Sisteron zum Klettern, geniale Kletterei in einer Schlucht an ungewöhlichen, abgefahrenen Fels mit angenehmen Wind, dazu der Ausblick auf das Tal der Durance.

    Sisteron-vom Schatten in die Sonne
    Sisteron-vom Schatten in die Sonne an schöner Rissspur
    Patrick am genialen Fels
    Patrick am genialen Fels
    Sisteron-In der großen, rechten Schlucht wird geklettert, darunter die Durance.
    Sisteron-In der großen, rechten Schlucht wird geklettert, darunter die Durance.

Nach Orpierre steuerten wir Patrick und ich wieder die Gegend um Briancon an, um noch ein paar verschiedene Felsen unter die Finger zu nehmen. Dort verbrachten wir zwei gute Klettertage, einen im Kalk, einen im Quarzit.

Campinglätze gibt’s in La Roche de Rame sowie in Argentiere, dort ist auch ein größerer Supermarkt zu finden.

Fazit: Auch der schönste Urlaub geht mal zu Ende, das bisher Gesehene und Erlebte macht Lust auf Mehr, manch einer stattet der Region um Briancon wieder einen Besuch ab.

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