Melzergrat und Melzerkante 23.9.17

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Uwe und Tom

Da es dieses Jahr recht schwer war im Spätsommer noch ein schneefreies und südausgerichtets Alpinklettergebiet mit Hütte zu finden, fällt die Wahl nach kurzer Recherche auf die Muttekopfhütte. Die war vom 22.9. bis 24.9. noch offen und hatte zum Glück noch 2 Plätze zum Übernachten frei. Also treffen am Freitag Nachmittag am Parkplatz der Bergbahn in Hochimst. Glück muss man haben, 16:30h haben wir gerade noch so die allerletzte Bergfahrt erwischt. Ausstieg an der Bergstation Alpjoch –, mit anschließend 30min gemütlicher Wanderung über den Drischlsteig zur urigen Hütte. Dort gab es dann umgehend gute Tiroler Küche bei der man auf jeden Fall mehr als satt wird. Neben uns nimmt eine Gruppe Platz, die einen Junggesellenabschied feiert. Die Nacht kann ja heiter werden.

Oberer Verlauf der Kante, luftige Angelegenheit
Seiltanz über dem Abgrund

Am Morgen gibt es wenig zu beschweren. Außer ein paar Betrunkene die ihr Zimmer verfehlt haben und zwischen Frühstücksbuffet und Tresen liegen und ihren Rausch ausschlafen gab es nix zu berichten. Zum Einstieg der Tour braucht man laut Topo ca. 45 Minuten, wenn man nicht dran vorbei läuft. Der Einstieg ist zwar markiert, noch dazu mit Pfeil und Tafel, dennoch kein Grund daran vorbeizulaufen. Die ersten Lägen sind leicht, also perfekt geeignet für Klettern am gleitenden Seil. Bohrhaken sowie Placements für mobile Sicherungen sind bis zum Ende vom Melzergrat ausreichend vorhanden. Zwischendurch sicherten wir die luftigen Stellen klassisch von Ständen.

In den Schlüsselseillängen der Kante, Uwe sammelt Material ein.

 Zum Beginn der sich aufsteilenden Melzerkante packen wir das zweite Seil aus und stellten um auf überschlagendes Klettern. Hübsche Kletterei folgte bis zum Abseilstand der Route 7×20, welche über die Melzerplatten emporzieht.

Die fränkische Seilschaft im Plattenzauber

Ab dort wird es deutlich alpiner. Unangenehmes Schrofenglände, gefolgt von einer cleanen, brüchigen Verschneidung. Ein Felskopf mit Abseilschlingen weist uns den Weg. Zwei Türmchen galt es noch zu überklettern. Die Wegfindung gestaltete sich jedoch bei nordseitiger Schneeauflage und nicht ganz klarem Gratverlauf schwierig.

Unser Ausblick auf die Nachbarrouten.

Endlich auf dem Gipfel angekommen, lang hats gedauert, ging es nach kurzer Pause an den Abstieg, um auf keinen Fall die phantastische Halbpension zu verpassen;-). Der Abstieg ist zwar gut markiert, auch sind immer mal wieder Seile zur Hilfe angebracht, doch bei Schnee ist es ein mühsames und teilweise unangenehmes Unterfangen was sich in Summe ganz schön in die Länge zieht.

Abendstimmung – das Essen wartet!

Schlussendlich war das eine wirklich schöne und tagesfüllende Tour, zu deren Ende wir uns belohnen, indem wir das Bergsteigeressen (Schlachtplatte mit Speckknödel) einfach als zweiten Salat zur Hauptpension dazu bestellen.

Die Ambitionen für Sonntag am Engelkarturm noch zu Klettern, fielen dem Regen am Morgen zum Opfer. Aber auch so hält das Gebiet um die Muttekopfhütte noch einige schöne Klettereien parat.

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