Skitouren- und Nordwand Debut in den Ötztalern

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20.-22.04.18 – Andi, Gabor, Uwe

 

Aufstieg zur Breslauer Hütte
AG19 on Tour

Dieses Jahr konnte ich endlich eines meiner größten alpinen Handicaps, das Skifahren, angehen. Danke Nina an der Stelle für deine Geduld und Leidensfähigkeit 🙂  Nach ein paar ziemlich ernüchternden Tagen bei denen ich mich zusammen mit einer Horde Dreijähriger den Murmeltierhang runterfürchtete, klappte die Sache irgendwann doch ganz gut. Unglaublich angefixt von den für mich neuen Möglichkeiten wollte ich unbedingt nochmal eine „richtige“ Skitour machen. Blöd nur dass gerade nach einer sehr warmen Woche eines der heißesten Wochenenden vor der Tür stand und im Grunde niemand mehr Lust auf Schnee hatte. Zum Glück ließ sich Andi durch mein beharrliches Nerven (danke dass Du am Ende noch das Telefon abgenommen hast 😉 weichklopfen und schlug vor ne Skitour zur Brochkogel Nordwand zu machen. Drei Tage vorher gesellte sich noch Gabor zu uns, der die Runde als Skitouren Trainer für mich perfekt ergänzte.

Schee wars

Der Plan sah vor, dass wir uns 17uhr in Vent treffen und zur Breslauer Hütte aufsteigen um im Winterraum zu übernachten. Da die Strasse nach Vent wegen Lawinengefahr von 12 Uhr bis 18:30 Uhr gesperrt war, starteten Gabor, Andi und ich unseren Aufstieg erst nach dieser unfreiwilligen Verzögerung. Da es aber mittlerweile schon recht lang hell ist, sollte das kein Thema sein. Zwei Stunden später saßen wir dann bereits im unerwartet leeren Winterraum der Breslauer Hütte. Außer uns war nur ein mürrischer Tourengeher zugange der im Gastraum(!) vergeblich versuchte zu schlafen. Unseren mäßig leckeren Instand-Abendsnack machte Gabor mit seinen ausgiebigen Schweinsbraten Phantasien nicht leckerer. Aber aus Mangel entstehen ja bekanntlich die besten Ideen. Nachdem jeder sein Travellunch reingeschlungen hatte und  genügend Schnee für den nächsten Tag geschmolzen war, gab’s als Betthupferl einen erlesenen Tropfen Rotwein aus dem Tetrapack. „Vielleicht werd a besser, wenn a a bissl atmet“  war unser erster lauter Gedanke.

Kombinierter Ausstieg

Um 5 Uhr aufstehen, Wasser kochen, frühstücken, Porzellandampfer und los.Wie geplant starteten wir um 6 Uhr über den Mitterkarferner in Richtung Brochkogel. Über das Vernagtjoch und das Brochkogeljoch querten wir zum Fuß der Nordwand. Den kläglichen Rest des Gipfeleisfelds erreichten wir schnell über den bis zu 55° steilen schneebedeckten untereren Teil der Nordwand. Nach links auskneifen oder mittig durch? Keine Frage, Gabors erste Nordwandroute musste natürlich auch direkt durchs Eis führen. Nach ca. 45m und 80° steilem, hartem Gletschereis sowie einem kurzen spannenden kombinierten Ausstieg, standen wir allein auf dem Gipfel des Brochkogel. Von Mitleid erfüllt, blickten wir hinüber zur Wildspitze an der sich um die 100 Bergsteiger wie an einem Ameisenhaufen zu schaffen machten.Über den kurzen, ausgesetzten Ostgrat ging’s dann zurück auf den Mitterkarferner und dann auf weichen, (für mich) kaum fahrbaren Sulzschnee zurück hinunter ins Tal. Yeah das war Sie, meine erste richtige Skitour und Gabors erste Nordwand.

Aufstieg zum Eiskögele

Da am nächsten Tag eine Skitour auf das Eiskögele von Obergurgel aus auf dem Plan stand, war das Ziel für die Nacht die Talherberge der Sektion Regensburg in Zwieselstein. Allerdings hatten sich Gabors Schweinsbraten Phantasien vom Vortag in unsere Köpfe gebrannt. Mit nur noch Schweinsbraten im Kopf, steuerten wir noch schnell einen Supermarkt in Sölden an, um dann mit fetter Beute im Gepäck(1,4 kg Fleisch) weiter zur Herberge zu fahren.

Dunkelbierbad für den Braten

Dort angekommen belagerten wir sofort  die hervorragend ausgestattete Küche, um unsere Mission in die Tat umzusetzen. Drei Jungs, die in einer DAV Talhütte Schweinsbraten mit Rösti zaubern, sind scheinbar nicht Alltag. Ein paar Besuche älterer Damen, eine interessante Rezeptdiskussionen und ein olfaktorisches Hüttenfeuerwerk später, saßen wir dank Andi vor dem genialsten After-Berg Essen überhaupt. Einer riesigen Portion herausragenden Schweinsbraten in Dunkelbiersoße mit Rösti 🙂

 

Am Folgetag ging es morgens kurz mit dem Auto nach Obergurgel. Von da über die Piste zur Schönwieshütte und durch das Langtal auf das wiedermal menschenleere Eiskögele. Irgendwie haben wir es trotz super Wetter und Tourenbedingungen geschafft, das ganze Wochenende allein unterwegs zu sein. Gabor, vom Vortag scheinbar mit übermäßiger Energie ausgestattet, zauberte bei bestem Sonnenschein drei Gipfelhalbe aus seinem Rucksack.“ Ja do schau her, alle drei hams überlebt“ sein grinsender Kommentar. Perfekter hätte die Gipfelbrotzeit nicht sein können. Frisch gestärkt waren wir diesmal früher mit der Abfahrt dran und erwischten noch super Verhältnisse.Leider ist man irgendwann einmal unten und so ging ein supergeniales Skitourenwochenende zum Saisonabschluss zu Ende.

 

Wildspitze im Belagerungszustand
Auf dem Gipfel des Brochkogel

 

 

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