Frühjahrsskitour auf die Weißkugel

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6-8.04.2018 Andi K. und Stefan W.

Nach dem überdurchschnittlich schneereichem Winter und der super Wettervorhersage standen die Zeichen gut für ein perfektes Skitourenwochenende. Unsere Wahl viel auf das Langtauferer Tal am Reschenpass, wo wir einen zweiten Versuch starten wollten die Weißkugel vom Tal aus zu besteigen.

So starteten wir am Freitagmittag aus Regensburg um als erstes noch einen kurzen Zwischenstopp beim Sport Conrad in Penzberg einzulegen. Meine Felle, Kohla 100% Mohair, waren nach max. 20 Skitouren schon derart abgenutzt, dass ich Sie auf Kulanz umtauschen wollte: „Die sind ja schon 2 Jahre und 1 Monat alt, da geht nichts auf Kulanz, die müssen wir einschicken…“. Also hab ich mir kurzerhand neue gekauft, diesmal Pomoca Mohair Mix weil die sind angeblich robuster sind „Swiss Made“, „ganz neu reingekommen“. 150€ ärmer machten wir uns also weiter auf den Weg Richtung Reschenpass, um nach einer Pizza an der Tanke unser Nachlager in Andis Bus am hinteren Ende des Langtauferer Tals aufzuschlagen.

Am nächsten Tag ging es bei Sonnenaufgang los Richtung Valbenair Spitze. Eine schöne Eingeh- und Akklimatisationstour. Schattseitig wurden wir sogar noch Powder belohnt, während die sonnigen Hänge schön firnig waren….“geil!“. Und als Bestes kommt man auf dem Rückweg auch noch an der Melager Alm vorbei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem man bei den Frühjahrsskitouren ja Mittags schon wieder unten sein soll, hatten wir ausreichend Zeit uns den Nachmittag in der Sauna um die Ohren zu schlagen. Am Abend packten wir dann noch gemütlich die Rucksäcke und planten die Tour zur Weißkugel… 20km… 1900hm… spaltiger Gletscher, sehr steiler Gipfelhang oder Grat…gewaltiger Hatscher… Sollen wir Seil und Steigeisen mitnehmen oder lieber leicht und schnell? Bei den super Verhältnissen war zu erwarten, dass wir das Equipment vermutlich nicht brauchen werden. Naja aber nachdem wir den Gletscher auch schon bei wenig Schnee gesehen hatten, gingen wir doch lieber auf Nummer sicher und schleppten lehrbuchmäßig alles mit. Leider viel mir bereits da auf, dass sich meine nagelneuen Felle, konkret die Verbindungsnaht zwischen Fell und Frontspanner auflöste … „scheiß Glump!“

Nachdem man um 21 Uhr im hintersten Tal sicher keine neuen Felle auftreibt, gings am nächsten Tag in aller Früh mit mulmigen Gefühl los Richtung Weißkugel: „Wird schon halten…“ meinte Andi, „notfalls haben wir Klebeband“.

Nach ziemlich genau einer Stunde, bei Sonnenaufgang, bescherte uns das Fell dann auch schon die erste Pause. Genau während einer Querung oberhalb eines Bachlaufs löste sich der Spanner endgültig und verabschiedete sich ins Wasser…

Ob das noch was wird mit dem Gipfel? Gut dass wenigstens der Fellkleber haftete und mit Hilfe eines Klebebandes war der Schaden schnell provisorisch fixiert. Ab jetzt ging es etwas unrhythmisch weiter, da ich versuchte das Fell möglichst wenig zu belasten und bei jedem Schritt brav aus dem Schnee hob. Bei dem Hatscher auf Dauer gewaltig nervig! Da gibt es dann schon Momente bei denen man den Händler und die Firma, die so einen Schrott auf den Markt bringt, zu verfluchen beginnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach etwa 6 Stunden erreichten wir schließlich doch noch den Rücken unterhalb des Gipfelgrates. Ehrlich gesagt hatte ich zwischenzeitlich schon kurz gezweifelt, ganz schön zach ohne Training und die Höhe von 3738m merkte ich schon auch. Nur gut, dass es Andi auch nicht viel besser ging 😉

Im Gegensatz zum sehr ruhigen Anstieg aus dem Langtauferer Tal, wo neben uns nur 2 weitere Gruppen unterwegs waren, herrschte hier Hochbetrieb. Aufgrund des super Wetters nutzten unzählige Tourengeher den deutlich kürzeren Weg aus dem Skigebiet, um auf den zweit höchsten Gipfel der Ötztaler Alpen zu steigen. Bei dem Traumwetter aber völlig verständlich!

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach ausgiebiger Gipfelrast machten wir uns dann wieder an die Abfahrt über die doch ganz schön steile NO Wand. Wie es halt leider so ist beim Skitouren gehen, auch wenn der Hatscher bergauf noch so lang ist, ist der Abfahrtsspaß doch bereits nach 30min wieder vorbei. Und je besser der Schnee umso schneller vergeht die Zeit bis man wieder unten ist.

Bevor wir uns auf die Heimreise machten, mussten wir wieder an der Melager Alm vorbei, aber natürlich nicht ohne a gemütliche Gipfelhalbe und a Brotzeit.

 

viele Grüße

Stefan

 

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