Weg der Freunde – Östlicher Hackenkopf, Wilder Kaiser

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Nachdem ja eine Mords-Hitze und stabiles Wetter für den 30. Juni vorhergesagt sind und die Kaindlhütte sowieso voll ist, hat Uwe die geniale Idee, am 29. Juni ein Biwak zwischen Kaindlhütte und Bettlersteig zu machen. Also fahren wir mit dem Kaiserlift auf’s Brentenjoch und sind in Null-Komma-Nix an der Kaindlhütte. Nach einer kurzen Erfrischung (obwohl wir keine angemeldeten Hausgäste sind!), suchen wir nach einem geeigneten Schlafplatz und finden wir sogar die in der DAV-Karte eingezeichnete Quelle kurz vor dem Bettlersteig. Zum Glück erkunden wir am Vorabend noch den Zustieg, weil wir sonst viel wertvolle Zeit am nächsten Morgen verloren hätten. Es ist nämlich nicht die erste, sondern die zweite Bachbett-Rinne, in die man hochsteigt!!!

 

Um 4:00 gibt’s kurz Frühstück, dann Biwakzeug verstecken und in der ersten Morgendämmerung zum Einstieg, wo uns nur noch der letzte Latschengürtel auf die Pollenallergie-Proble stellt. Dann stehen wir um 5:30 vor der riesigen Randspalte, in die ich mich von Uwe abseilen lasse, um an die erste 6- Seillänge zu kommen.

Uwe darf dann mit Seilzug von oben über die dunkle, nasse Kluft pendeln. Dann geht’s zackig über plattigen Fels nach oben. Wegfindung ist relativ einfach und wir schaffen es mit weniger als 1 Minute Standzeiten eine Schnitt von 4 Seillängen pro Stunde bis zur 20. Seillänge zu halten.

Auch der gnadenlosen Sonne entkommen wir bis auf ein paar wenige Stellen. Die 10. Seillänge steilt sich deutlich – im Vergleich zu den bisherigen Platten – auf, aber Uwe klettern souverän durch die genial griffige, aber ausgesetzte Passage. Die head wall der letzten 5 Seillänge bietet nochmal richtig schöne Kletterei, aber wir haben beide das Gefühl, es würde dann langsam auch mal reichen. Den letzten Standbohrhaken, der sich perfekt auf dem Gipfelfelsen befindet, hängen wir dann nach nur knapp 6 ½ Stunden Kletterzeit wieder aus. Super-Tour mit felsem Fels. Wir haben die 71. Begehung insgesamt und die zweite in 2019 gemacht. Ohne große Pause geht’s dann gleich auf den langen Abstieg über den Grat zur Scharte vor dem Scheffauer, in der der Widauersteig zur Kaindlhütte hinabführt. Der Hitze und direkten Sonne ist jetzt nicht mehr zu entkommen, nicht einmal in der Scheffauer Nordwand, weil die Sonne so steil steht.

Aber die letzte Fahrt des Kaiserlifts nicht zu verpassen, ist Motivation genug, um etwas Gas zu geben.

Nachdem wir das Biwakzeug wieder haben, bleibt sogar noch Zeit, die trockenen Kehlen nochmal auf der Kaindlhütte zu befeuchten. Das von den Radlern und Weißbieren auch was unten ankam, ist aber unwahrscheinlich!!!

Um 16:00 sind wir wieder am Parkplatz und freuen uns auf den Rückweg bei 36 Grad ohne Klimaanlage und nicht verstellbarer Rückenlehne in Uwe´s BMW. Autobahn-Fahren mit offenen Fenstern und Lüftung auf Vollausschlag, … wie zu Studentenzeiten! Geil!

 

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