Steinerweg – Dachstein Südwand

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18./19. Juli 2019, Martin und Stefan

Nach einigem Hin und Her, ob das Wetter stabil genug ist, fahren wir am Donnerstag Abend dann doch noch zum Dachstein und steigen noch die paar Minuten zur Südwand-Hütte auf und machen uns etwas Sorgen wegen des Zustiegs zur Wand. Zum Essen gibt’s nur Suppe, davon aber für jeden eine riesen Schüssel, die keiner von uns schafft. Der Hüttenwirt meint, es ginge nur mit Steigeisen und Pickel, weil das letzte Schneefeld hart und steil und die Randspalte groß ist, und es die letzten Wochen schon ein paar Unfälle gab. Zur Sicherheit leihen wir dann ein Paar Steigeisen und einen Pickel aus, um nicht zu viel durch die lange Wand zu schleifen. So schlimm ist’s dann aber gar nicht, als wir zwischen 5:00 und 6:00 zum Einstieg queren. Stefan spurt mit Steigeisen und ich gehe mit Pickel und Turnschuhen auf den Stufen hinterher.

Die ersten Seillängen laufen gut und zügig, wir finden den Weg ohne Probleme, gehen die 7.-9. Seillänge gleichzeitig am Seil und stehen nach ca. 2 Stunden am Anfang der 10. Seillänge. Hier geht dann die Kletterei erst los, wobei ich gleich mal zu weit rechts einsteige, zwar den richtigen Stand wieder finde, aber definitiv keinen 4er geklettert bin. Wir gehen dann über das Salzburger Band, das in der ausgesetzten Hangelpassage noch recht nass ist, aber aufgrund der großen Griffe ganz gut geht.

Nach dem Steinerkamin wird’s dann ein bisschen unübersichtlich und wir wissen nicht immer 100%-ig, an welchem Stand wir gerade wirklich sind. Und unsere Anfangsgeschwindigkeit lässt auch etwas nach. Aber wir peilen auf jeden Fall den Schluchtüberhang mit der 5+ Schlüsselstelle richtig an, die dann Stefan vorsteigen darf. Schon ein ziemliches Hochgewürge an glatten und auch noch nassen Felsen, aber immerhin gut abgesichert. Danach lassen die Schwierigkeiten dann deutlich nach und der Fels wird – wie immer Richtung Gipfelausstieg – etwas brüchiger. Irgendwie zieht sich langsam doch ganz schön.

Wir sind dann am Gipfelgrat nach 27 Seillängen auch gut bedient, sind aber mit den 6 ½ Stunden für die Tour recht zufrieden. Die Temperaturen waren eigentlich in Summe optimal, anfangs etwas frisch, dann fast zu warm, aber im zweiten Teil der Route perfekt. Mit dem Topo von bergsteigen.com und dem aus den Longlines kommt man auf jeden Fall gut durch. Zum Essen hätten wir weniger mitnehmen können, denn ein paar Riegel und Nüsse von der Tour esse ich sogar noch zwei Tage später beim Artikel schreiben!

Im Abstieg über den Dachsteingletscher sind wir echt überrascht, wie viele Spaziergänger und Gletscher-Touris sich hier ober rumtreiben, nutzen aber die dafür verantwortliche Dachsteinbahn, um auch Knie-schonend direkt zum Auto zu schweben. Die ausgeliehene Ausrüstung von der Südwand-Hütte dürfen wir einfach an der Türlwand-Hütte abgeben, und machen und mit Eiskaffee gedopt schon wieder auf den Heimweg.

 

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