Alpinklettern in der Martinswand: Tiroler Fischzuchtplatten (9 SL, VII, am 15.03.12)

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„Geplagt von Frühlingsgefühlen“ wollten Ben & Andy unbedingt raus an den Fels (nicht was Ihr wieder denkt!). Wir hatten einfach genug vom Plastik sämtlicher Kletterhallen. Auch diverse Klettergärten konnten uns nicht locken. Ein Alpinziel sollte es schon sein, um unsere im Winter antrainierte Kunstwandform in einer Mehrseillängenroute zu testen. Endlich wieder einmal weg vom 1-Meter-Bohrhakenabstand und raus aus der persönlichen Komfortzone…

… So ging`s denn bei strahlendem Sonnenschein am Donnerstag los gen Innsbruck zur Martinswand. Plattenkraxeln war angesagt, eigentlich nicht gerade unsere Stärke. Aber man will ja besser werden. Nach unzähligen kurzen Blicken in die Wand während zahlloser Vorbeifahrten in Richtung Brenner, rückten wir dieser imposanten Wand nun zu Leibe. In Bilderbuchlage zur Wand wurde in Kematen beim Bäcker Ruetz noch schnell ein Frühstück eingeschmissen und los ging`s zum Einstieg.
Plattenkraxelei inklusive Löcher & Leisten

Topo  siehe bergsteigen.at

Schon beim kurzen Zustieg rieselte es ständig aus der Wand. Also Helm auf – schnell angeseilt – rein in die Route.  Die ersten drei SL (bis VI) flutschten regelrecht. Lediglich die feinkörnige Bröselauflage auf den Platten war unangenehm, sollte uns noch die ganze Route über begleiten und vor allem in den schwereren Längen zu schaffen machen.

Die nächsten beiden VI+ Längen gaben schon einen kleinen Vorgeschmack auf die noch kommenden Längen im siebten Schwierigkeitsgrad. Konzentration war angesagt, stürzen wollte auch bei einem durchschnittlichen Hakenabstand von 4 Metern keiner. In schöner und abwechslungsreicher Plattenkletterei (inklusive kleiner Leisten und Löcher) erreichten wir schließlich die letzte Seillänge unterhalb des großen Bandes: die erste siebener Länge. Und die forderte uns schon mal richtig: vorbei war`s mit dem bisher an den Tag gelegten Tempo. Schließlich war`s geschafft, wir standen auf dem Großen Band und querten brüchig über Schrofen und den Schutt des Winters 70 Meter nach links zur Fortsetzung der Route.

Die zwo nun folgenden Längen sind das Highlight: „Plattenkriechen“ at it`s best: Reibungsstellen, kleine Leistchen & Löcher, homogen, kompakt, steil, aber immer mit guten Schüttelpositionen. Wirklich richtig genial zu klettern, von der Bröselauflage einmal abgesehen. Schließlich noch die Schlussseillänge abgehakt, auch nicht ganz ohne die brüchige Verschneidung. Puh – geschafft!!! Geil!

Der schrofige Aus- und Abstieg bis zum Beginn des Klettersteigs war herber als vermutet, ehe uns der Klettersteig zielsicher hinab zum Parkplatz leitete.

Fazit:
  • erster Felskontakt erfolgreich bewältigt – die Saison kann kommen
  • Dauerbeschuss überstanden – schon wieder Helm kaputt
Ben & Andy.
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