Wir  trauern um einen Bergkameraden:

Am Samstag, 24.10.2015, ist unser Mitglied Andreas Schmidt im Alter von 41 Jahren am Piz Palü tödlich verunglückt.

IMG_7530

 

 

Nein. Keiner von uns kann sagen, er hätte dich dein Leben lang gekannt. Hätte dich seit der Schulzeit begleitet, wäre in verschiedensten Situationen an deiner Seite gestanden. Wir haben dich später kennengelernt: In unser Leben bist du als Bergsteiger getreten. Und auch wenn wir uns nur wenige Jahre kannten, so kannten dich viele von uns gut. Bei gemeinsamen Touren entsteht oft in wenigen Tagen eine Brücke zwischen Menschen, die andernorts Jahre bräuchte bis sie stünde. Es sind die gemeinsam durchlebten Situationen, die sie schaffen. Die Emotionen, die die Berge in uns wecken. Und: Es ist eine Art der Verbundenheit, die auch durch die Sucht – oder die Sehnsucht – nach dem Gebirge entsteht.

Mit deinem Tod verlieren viele von uns einen Seilpartner. Einen treuen Freund, mit dem sie Erlebnisse und Erfahrungen teilten – sicher manchmal auch Grenzerfahrungen.

Als Gruppe verlieren wir durch deinen Tod einen der unsrigen. Einen Mann aus unserer Mitte, der unsere Aktivitäten und unsere Gemeinschaft geprägt hat. „Das wär doch lässig“, war ein Satz den wir oft aus deinem Mund gehört haben. Vor dir das Weißbierglas auf dem Holztisch der Hütte. Am Abend nach der Tour. Die Haare etwas wirr, der Blick klar nach vorn gerichtet. Der Satz stand meist für eine Idee oder ein neues Ziel. Gefolgt wurde er von: „Schau mer mal, was sich da machen lässt.“ Machen ließ sich oft etwas. Denn das „mal“ war in der Regel auf dich selbst bezogen. Du hast für unsere Gruppe zahlreiche Fahrten, „Camps“ und Veranstaltungen organisiert. Und du hast durch dein Vorbild hast du andere motiviert, sich anzuschließen und selbst aktiv zu werden.

Dabei haben dich viele von uns für deine Antriebskraft und Motivation bewundert, die schier unerschöpflich schien. Du hast in deinem Leben drei Säulen zu vereinen gewusst: Deine Familie, die Bergsteigerei, den Job. Gerade in der letzten Zeit sind deine Ziele größer, die Berge deiner Träume höher geworden. Im Rahmen deines Projekts 7 x 7 wolltest du die sieben höchsten Gipfel ausgewählter europäischer Hochgebirge über schwere Routen im Alpinstil besteigen. Dieses Projekt hat in den letzten eineinhalb Jahren viel deiner Zeit in Anspruch genommen. Denn auch hierauf hast du dich gewissenhaft und verantwortungsvoll vorbereitet. Bis zum letzten Tag.

Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei deiner Frau und deinen Kindern. Ihnen wünschen wir Kraft, Hoffnung und Zuversicht.

Wir werden dich nicht vergessen. In tiefer Trauer und Freundschaft,

deine Alpingruppe 19.